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Ritter Lean: Vom Newcomer zum Headliner

  • Thorben Schmitt | shotbythorben
  • vor 23 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Manche Abende fühlen sich einfach größer an als andere. Nicht nur, weil die 808s dir das Zwerchfell massieren, sondern weil da plötzlich so ein Full-Circle-Moment in der Luft liegt. Genau so war’s bei Ritter Lean im Schlachthof Wiesbaden.


2023 habe ich ihn dort das erste Mal fotografiert – und das war in mehrfacher Hinsicht ein erstes Mal. Für mich war es damals tatsächlich das allererste Konzert, das ich überhaupt im Schlachthof fotografiert habe. Und für ihn war es nicht nur der erste Auftritt im Schlachthof, sondern sogar sein allererster Live-Gig überhaupt, damals noch als Support von 01099. Irgendwie wild, wenn man das jetzt ein paar Jahre später nochmal so Revue passieren lässt – gleiche Location, aber komplett anderes Kapitel.



Der Abend startete mit Bella – und sie hat direkt klargemacht, dass das hier kein Warm-up zum Nebenbei-Reden wird. Starke Stimme, viel Gefühl und eine richtig angenehme Bühnenpräsenz. Besonders bei einem emotionaleren Song war die Crowd sofort da: Handys gingen hoch, Lichter an, dieser eine Moment, wo alles kurz still wirkt und trotzdem komplett lebt. Man hat gemerkt, wie schnell sie die Leute abholt. Energie on point, nicht drüber, nicht zu wenig – einfach genau richtig, um den Abend sauber zu eröffnen.



Danach standen eigentlich Tape Head & Noni auf dem Plan, aber Noni war leider krank. Gute Besserung an der Stelle. Tape Head hat den Slot alleine übernommen – und das war alles andere als ein Kompromiss. Er kam mit brutaler Energie rein, komplett anderer Vibe als bei Bella. Tiefer, düsterer, druckvoller. Seine Stimme hatte richtig Gewicht, und die 808s haben so geschoben, dass selbst hinten am Merchstand noch alles gebebt hat. Das war nicht einfach nur laut, das war körperlich spürbar.



Und dann kam Ritter Lean. Kein großes Drumherum, kein langes Gerede – direkt ein Opener-Banger, der die Halle in Sekunden hochgefahren hat. Die Crowd war sofort da, kein Zögern, kein Warmwerden. Diese 808s haben den ganzen Schlachthof durchgeschüttelt, und seine Stimme live? Wirklich brutal. Roh, kraftvoll, mit genau dieser Mischung aus Druck und Emotion, die auf Platte schon funktioniert, aber live nochmal anders hittet. Ehrlich, irgendwann bitte ein Live-Album – das muss festgehalten werden.



Was aber fast noch mehr beeindruckt hat als die Soundkulisse, war seine Entwicklung. Vor drei Jahren noch Support, erster Live-Auftritt überhaupt – das hat er an dem Abend selbst nochmal erwähnt. Und jetzt steht da jemand auf der Bühne, der wirkt, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Seine Bewegungen sitzen, die Ansagen kommen locker, die Interaktion mit der Crowd fühlt sich natürlich an. Man merkt einfach, dass er gewachsen ist – als Performer, als Artist, als Persönlichkeit. Das war keine Show nach Schema F, das war Präsenz.



Für mich hatte der Abend dadurch nochmal eine extra Ebene. Den Künstler, den ich damals als Support im Schlachthof fotografiert habe, jetzt als Headliner wieder vor der Linse zu haben, fühlt sich schon besonders an. Man denkt automatisch zurück an 2023 – und steht gleichzeitig mitten in diesem neuen Kapitel. Irgendwie ein kleines „Wir waren dabei“-Gefühl.


Leider musste ich etwas früher los. So sehr ich geblieben wäre – Bilder bearbeiten sich halt nicht von alleine, und am nächsten Morgen wartet der Job. Erwachsenwerden kickt manchmal unpassend rein. Trotzdem hat das dem Abend nichts genommen. Es war stark, es war laut, es war emotional – und es war vor allem verdient.


Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Konzert von Ritter Lean. Und wenn’s wieder im Schlachthof Wiesbaden ist, dann fühlt sich das einfach richtig an. Manche Artists und manche Bühnen gehören irgendwie zusammen.

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