Von Frustmomenten bis Jubelbildern – alles in 90 Minuten
- Thorben Schmitt | shotbythorben
- 14. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Als Fotograf bin ich es gewohnt, Emotionen durch meine Kamera einzufangen – aber wenn man selbst zur Mannschaft gehört, erlebt man ein Spiel auf eine ganz andere Weise. Und dieses hier war ein echter Saison-Moment: der erste Sieg nach zwei Niederlagen.
Die Partie begann mit einem Aufreger. In der 28. Minute zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt – Foulelfmeter für Haßloch. „Leo“ grätschte den Ball aus meiner Sicht sauber und fair weg, auch wenn es von hinten war. Trotzdem Elfmeter. Aus meiner Position sah ich, wie der Ball im Netz einschlug und wie sich Enttäuschung und Kopfschütteln über den Platz zogen.
Der Ausgleich kam spät in der ersten Hälfte, in der 43. Minute. Torschütze: Diener. Eigentlich ein absolut mies getroffener Ball – die Zuschauer um mich herum riefen „Scheiß Abschluss!“ oder „Boah!“, und dann rollt das Ding einfach ins Tor. Fußball schreibt manchmal seltsame Geschichten. 1:1 zur Pause.
Nach dem Wiederanpfiff waren wir wacher. Das 2:1 fiel in der 55. Minute durch Marcel, der stark nachsetzte und den Ball wuchtig ins Tor hämmerte. Endlich das Momentum auf unserer Seite. Aber es dauerte nicht lange, bis wieder der Schiri im Mittelpunkt stand: Zweiter Foulelfmeter für Haßloch. Dieses Mal war es der spätere Siegtorschütze Sunny, der angeblich gefoult haben soll – in meinen Augen völliger Quatsch, der Gegenspieler läuft einfach in ihn rein. 2:2.
Dann die 90. Minute – und der Moment, den meine Kamera und ich so schnell nicht vergessen werden. Langer Freistoß aus der eigenen Hälfte, Kopfballverlängerung, „Malle“ setzt nach, spielt den Ball zu Sunny. Und Sunny? Laut eigener Aussage wusste er schon in dem Moment, dass er den Ball rechts am Torwart vorbeischiebt. Genau so machte er es. 3:2. Pure Ekstase auf und neben dem Platz.
Unterm Strich ein verdienter Sieg, hart erkämpft und taktisch diszipliniert. Und für mich als Fotograf war es ein Traumspiel – nicht wegen der Bilder, sondern wegen der Geschichte, die dahintersteckt.


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